Wechselblauer Edelreizker, Lactarius quieticolor
Der Wechselblauer Edelreizker ist ein Symbiosepilz und typischer Kiefernbegleiter, der vor allem von September bis November auf sauren, moorigen Böden gefunden werden kann. Vor allem überregional ist die Art teilweise als sehr selten zu beschreiben. Wie alle Edelreizker ist auch der Wechselblaue Edelreizker einer der besten Speisepilze überhaupt. In Regionen, in denen die Art sehr selten ist, sollte die Art geschont werden, um die Verbreitung der Art zu unterstützen. Typisch für den Wechselblauen Edelreizker ist das Erscheinen bei Kiefer auf moorigen Böden, die zimtbraunen bis graugrünen Fruchtkörper, die kräftig orange gefärbten Lamellen, der mit deutlichen Grübchen besetzte Stiel, das im Schnittbild direkt unter der Huthaut graugrünlich gefärbte Fleisch, die karottenrote Milch, die erst im Zeitraum zwischen zwanzig und sechzig Minuten zu weinrot umfärbt & anschließend grünlich bis blaugrünlich eintrocknet, die milde bis leicht herbe Geschmacksprobe.
Wechselblauer Edelreizker, Lactarius quieticolor
Der Wechselblauer Edelreizker ist ein Symbiosepilz und typischer Kiefernbegleiter, der vor allem von September bis November auf sauren, moorigen Böden gefunden werden kann. Vor allem überregional ist die Art teilweise als sehr selten zu beschreiben. Wie alle Edelreizker ist auch der Wechselblaue Edelreizker einer der besten Speisepilze überhaupt. In Regionen, in denen die Art sehr selten ist, sollte die Art geschont werden, um die Verbreitung der Art zu unterstützen. Typisch für den Wechselblauen Edelreizker ist das Erscheinen bei Kiefer auf moorigen Böden, die zimtbraunen bis graugrünen Fruchtkörper, die kräftig orange gefärbten Lamellen, der mit deutlichen Grübchen besetzte Stiel, das im Schnittbild direkt unter der Huthaut graugrünlich gefärbte Fleisch, die karottenrote Milch, die erst im Zeitraum zwischen zwanzig und sechzig Minuten zu weinrot umfärbt & anschließend grünlich bis blaugrünlich eintrocknet, die milde bis leicht herbe Geschmacksprobe.
Artbezeichnungen
Gattung
Verwechslung
- Essbar: Edelreizker, Lactarius deliciosus
- Essbar: Spangrüner Kiefernreizker, Lactarius semisanguifluus
- Essbar: Lachsreizker, Lactarius salmonicolor
- Essbar: Fichtenreizker, Lactarius deterrimus
- Essbar: Weinroter Kiefernreizker, Lactarius sanguifluus
- Giftig: Grubiger Weißtannenmilchling, Lactarius intermedius
- Giftig: Grubiger Milchling, Lactarius scrobiculatus
Diese Art finden
Der Wechselblaue Edelreizker ist ein Symbiosepilz, der fest an die Kiefer als Symbiosepartner gebunden ist. Typisch ist außerdem das Erscheinen auf feuchten & sauren Böden. Die Art besitzt durchaus eine Vorliebe für Moorgebiete. Der Wechselblauer Edelreizker ist ein typischer Herbstpilz. Die Hauptsaison beginnt im September und erstreckt sich bis zum ersten harten Frost im November. Regional kann der Wechselblauer Edelreizker durchaus häufiger zu finden sein. Überregional ist die Art als selten bis sehr selten zu beschreiben.
Unser Erstfund des Wechselblauen Edelreizkers stammt aus einem Moorgebiet in Österreich. Die Art zeigte sich dort im September mit einigen Fruchtkörpern am Rande eines Moores zwischen Kiefern & jungen Birken. Einige Wochen später, Anfang Oktober, war die Art dann im gleichen Habitat mit hunderten Fruchtkörpern vertreten.
Wissenschaftliche Synonyme
Lactarius quieticolor var. hemicyaneus, Lactarius quieticolor f. semisanguinascens, Lactarius hemicyaneus, Lactarius deliciosus var. quieticolor, Lactarius deliciosus var. hemicyaneus, Lactarius deliciosus var. hemicyaneus
Speiswert & Verwendbarkeit
Edelreizker gehören zu den besten Speisepilzen überhaupt. Edelreizker sind
- Leicht auf die Artengruppe der Edelreizker einzugrenzen
- Weit verbreitet & damit häufig zu finden
- tolle, ergiebige Speisepilze mit fantastischem Geschmack
- sehr gesund
Alle echten Reizker eignen sich besonders gut als Bratpilze. Egal ob einer der Edelreizker oder der Lachsreizker: Scharf anbraten, mit etwas grobem Meersalz würzen und genießen. Entweder pur, als Beilage, oder auf einem Butterbrot. Für Mischgerichte würden wir Reizker dagegen nicht empfehlen.
In allen echten Reizkern, also auch in allen anderen orangerötlich milchenden Arten der Gattung Lactarius (Milchlinge), wurde ein hoher Vitamin- und Mineraliengehalt festgestellt. Außerdem sollen diese Arten krebshemmende, antibiotische und antivirale Wirkstoffe enthalten.
Wichtig: Reizker enhalten orangerote Farbstoffe, die zu einer Verfärbung des Urins führen können. Diese Farbstoffe sind für den Menschen aber nicht gefährlich und werden einfach ausgeschieden. Selbst Muttermilch kann sich durch die Farbstoffe in Reizkern orange-rötlich verfärben. Man sollte das beim Verzehr von Reizkern immer im Hinterkopf behalten, um durch die Verfärbungen dann nicht erschreckt zu werden, oder vielleicht sogar in Panik zu geraten.
Kernmerkmale
- Erscheinen bei Kiefer, auf sauren, moorigen Böden
- Zimtbraune bis graugrüne Fruchtkörper
- Kräftig orange gefärbte Lamellen
- Stiel mit Grübchen
- Fleisch im Schnittbild direkt unter der Huthaut mit graugrünlicher Farbzone
- Milch karottenrot
- Milch nach zwanzig bis sechzig Minuten weinrötlich verfärbend
- Milch anschließend grünlich / grünbläulich eintrocknend
- Geschmacksprobe mild bis leicht herb
Beschreibung
Der Wechselblaue Edelreizker erreicht einen Hutdurchmesser von bis zu zehn Zentimetern. Die Hutoberseite ist zimtbräunlich bis graugrünlich gefärbt, gerne weißlich bereift und tropfig gefleckt. Der Hutrand fällt jung lange eingebogen aus und wölbt sich im Alter nach oben. Mit zunehmendem Alter mischen sich außerdem immer mehr grüne bis grünblaue Farben ins Gesamtfarbbild der Art.
Auf der Hutunterseite besitzt der Wechselblaue Edelreizker orange gefärbte Lamellen. Die Lamellen laufen deutlich am Stiel herab und können sich im Alter relativ schnell grünlich bis grünbläulich verfärben. Das Sporenpulver ist hellockergelblich gefärbt, kann aber einen leicht rosa Farbstich besitzen.
Der hohle Stiel des Wechselblauen Edelreizkers erreicht eine Länge von bis zu acht und einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern. Der Stiel kann fast weißlich, weißorange, oder auch weißgrünlich ausfallen und besitzt in der Regel deutliche Grübchen auf der Stieloberfläche.
Die Milch der Wechselblauen Edelreizker ist karottenrot gefärbt. Besonders typisch ist das erst fehlende Umfärben zu weinrötlich, das nach langer Wartezeit im Bereich zwischen zwanzig und sechzig Minuten dann aber doch stattfindet. Beim Eintrocknen verfärbt sich die Milch dann grünlich bis grüngräulich.
Ebenfalls typisch ist das Schnittbild des Wechselblauen Edelreizkers. Die Art ist zwar überwiegend orange gefärbt, besitzt aber direkt unter der Huthaut eine graugrünliche bis graugrünbläuliche Farbzone. Der hohle Stiel fällt im Schnittbild weißlich aus. Das Fleisch ist brüchig, besitzt einen aromatischen Geruch & eine milde bis leicht herbe Geschmacksprobe.
Reizker unterscheiden
- Fichtenreizker, Lactarius deterrimus
- Oft bei Fichte, aber auch bei anderem Nadelholz zu finden
- Kräftig orange Fruchtkörper, die sich schnell dunkelgrünlich / blaugrünlich verfärbend
- Stiel ohne Grübchen
- Milch karottenrot, innerhalb von zwanzig Minuten weinrötlich verfärbend
- Lachsreizker, Lactarius salmonicolor
- Nur bei Weißtanne, gerne auf basischen, kalkhaltigen Böden
- Orangegelbe Fruchtkörper, Hut deutlich zoniert, auch im Alter keine grüne Verfärbungen
- Stiel mit Grübchen
- Milch orange, nach zehn Minuten weinrötlich verfärbend
- Edelreizker, Lactarius deliciosus
- Nur bei Kiefer, gerne auf sauren bis basischen Böden
- Ziegelrote bis orangefarbene Fruchtkörper mit dunkler Zonierung & konzentrisch getropft
- Lamellen eher blassorange & bei Verletzung grünlich verfärbend
- Milch orange, nicht weinrötlich verfärbend, beim Eintrocknen schwach grünlich verfärbend
- Wechselblauer Edelreizker, Lactarius quieticolor
- Nur bei Kiefer, gerne auf sauren, kalkarmen, sandigen Böden
- Zimtbraune bis graugrüne Fruchtkörper, aber meist kräftig orange gefärbte Lamellen
- Hutfleisch im Schnittbild mit graugrünlicher Farbzone direkt unter der Huthaut
- Stiel mit Grübchen
- Milch karottenrot, nach zwanzig bis sechzig Minuten weinrötlich verfärbend & grünlich eintrocknend
- Spangrüner Edelreizker, Lactarius semisanguifluus
- Nur bei Kiefer, gerne auf kalkreichen bis weniger basischen Böden
- Erst Weinbraune, schnell verblassende & fleckig grünlich verfärbende Fruchtkörper
- Stiel mit Grübchen
- Milch karottenrot, nach fünfzehn Minuten weinrot verfärbend, beim Eintrocknen grünlich
- Weinroter Edelreizker
- Nur bei Kiefer, gerne auf kalkhaltigen Böden
- Grauorange bis schmutzig orange Fruchtkörper, im Alter grünlich bis dunkelrot / violett fleckend
- Stiel mit dezenten Grübchen
- Milch nicht orange, sondern direkt weinrötlich, nicht verfärbend, grünlich eintrocknend
Wissenschaftliche Synonyme
Lactarius quieticolor var. hemicyaneus, Lactarius quieticolor f. semisanguinascens, Lactarius hemicyaneus, Lactarius deliciosus var. quieticolor, Lactarius deliciosus var. hemicyaneus, Lactarius deliciosus var. hemicyaneus