Spangrüner Kiefernreizker, Lactarius semisanguifluus

DER SPANGRÜNE KIEFERNREIZKER IST ESSBAR | SELTEN & SCHONENSWERT

Artbezeichnungen

Spangrüner Kiefernreizker, Spangrüner Edelreizker, Gemeiner Reizker, Lactarius semisanguifluus

Gattung

Lactarius, Reizker, Milchlinge

Diese Art finden

Der Spangrüne Kiefernreizker ist ein Symbiosepilz und erscheint nur in Kombination mit Kiefern. Die Art ist selten und befindet sich deshalb in Deutschland mit dem Status "RL3 - gefährdet" auf der "Roten Liste" bedrohter Arten. Finden kann man den Spangrünen Kiefernreizker vom Sommer bis in den späten Herbst hinein.

Speisewert & Verwendbarkeit

Edelreizker gehören zu den besten Speisepilzen überhaupt. Edelreizker sind

  • Leicht auf die Artengruppe der Edelreizker einzugrenzen
  • Weit verbreitet & damit häufig zu finden
  • tolle, ergiebige Speisepilze mit fantastischem Geschmack
  • sehr gesund

Alle echten Reizker eignen sich besonders gut als Bratpilze. Egal ob einer der Edelreizker oder der Lachsreizker: Scharf anbraten, mit etwas grobem Meersalz würzen und genießen. Entweder pur, als Beilage, oder auf einem Butterbrot. Für Mischgerichte würden wir Reizker dagegen nicht empfehlen.

In allen echten Reizkern, also auch in allen anderen orangerötlich milchenden Arten der Gattung Lactarius (Milchlinge), wurde ein hoher Vitamin- und Mineraliengehalt festgestellt. Außerdem sollen diese Arten krebshemmende, antibiotische und antivirale Wirkstoffe enthalten.

Wichtig: Reizker enhalten orangerote Farbstoffe, die zu einer Verfärbung des Urins führen können. Diese Farbstoffe sind für den Menschen aber nicht gefährlich und werden einfach ausgeschieden. Selbst Muttermilch kann sich durch die Farbstoffe in Reizkern orange-rötlich verfärben. Man sollte das beim Verzehr von Reizkern immer im Hinterkopf behalten, um durch die Verfärbungen dann nicht erschreckt zu werden, oder vielleicht sogar in Panik zu geraten.

Reizker unterscheiden

  • Fichtenreizker, Lactarius deterrimus
    - Oft bei Fichte, aber auch bei anderem Nadelholz zu finden
    - Kräftig orange Fruchtkörper, die sich schnell dunkelgrünlich / blaugrünlich verfärbend
    - Stiel ohne Grübchen
    - Milch karottenrot, innerhalb von zwanzig Minuten weinrötlich verfärbend
     
  • Lachsreizker, Lactarius salmonicolor
    - Nur bei Weißtanne, gerne auf basischen, kalkhaltigen Böden
    - Orangegelbe Fruchtkörper, Hut deutlich zoniert, auch im Alter keine grüne Verfärbungen
    - Stiel mit Grübchen
    - Milch orange, nach zehn Minuten weinrötlich verfärbend
     
  • Edelreizker, Lactarius deliciosus
    - Nur bei Kiefer, gerne auf sauren bis basischen Böden
    - Ziegelrote bis orangefarbene Fruchtkörper mit dunkler Zonierung & konzentrisch getropft
    - Lamellen eher blassorange & bei Verletzung grünlich verfärbend
    - Milch orange, nicht weinrötlich verfärbend, beim Eintrocknen schwach grünlich verfärbend
     
  • Wechselblauer Edelreizker, Lactarius quieticolor
    - Nur bei Kiefer, gerne auf sauren, kalkarmen, sandigen Böden
    - Zimtbraune bis graugrüne Fruchtkörper, aber meist kräftig orange gefärbte Lamellen
    - Hutfleisch im Schnittbild mit graugrünlicher Farbzone direkt unter der Huthaut
    - Stiel mit Grübchen
    - Milch karottenrot, nach zwanzig bis sechzig Minuten weinrötlich verfärbend & grünlich eintrocknend
     
  • Spangrüner Edelreizker, Lactarius semisanguifluus
    - Nur bei Kiefer, gerne auf kalkreichen bis weniger basischen Böden
    - Erst Weinbraune, schnell verblassende & fleckig grünlich verfärbende Fruchtkörper
    - Stiel mit Grübchen
    - Milch karottenrot, nach fünfzehn Minuten weinrot verfärbend, beim Eintrocknen grünlich
     
  • Weinroter Edelreizker
    - Nur bei Kiefer, gerne auf kalkhaltigen Böden
    - Grauorange bis schmutzig orange Fruchtkörper, im Alter grünlich bis dunkelrot / violett fleckend
    - Stiel mit dezenten Grübchen
    - Milch nicht orange, sondern direkt weinrötlich, nicht verfärbend, grünlich eintrocknend


Beschreibung

Der Spangrüne Kiefernreizker erreicht einen Hutdurchmesser von bis zu zwölf Zentimetern. Die Hutoberseite kann orangegräulich, orange, oder orangebräunlich gefärbt sein. Vor allem bei älteren Fruchtkörpern fallen bereits auf der Hutoberseite grünlich verfärbte Flecken auf. Die Hutmitte fällt eingedrückt aus, die Hutoberseite ist insgesamt deutlich gezont.

Auf der Hutunterseite befinden sich beim Spangrünen Kiefernreizker grundsätzlich orange gefärbte Lamellen, die sich aber sehr schnell dunkelgrünlich bis blaugrünlich verfärben. Die Lamellen sind am Stiel angewachsen und laufen dort oft auch etwas herab. Das Sporenpulver ist blassbräunlich gefärbt.

Der Stiel des Spangrünen Kiefernreizkers kann verschiedene gelborange, orange, oder auch rotorange Farben annehmen. Der Stiel ist hohl und mit flachen Grübchen besetzt, wobei die Grübchen in der Regel immer deutlich dunkler gefärbt sind als der Stiel selbst.

Die Milch des Spangrünen Kiefernreizkers ist (wie für Reizker typische) orangerötlich gefärbt. Die Milch verfärbt sich nach einiger Zeit weinrötlich.

Der Spangrüne Kiefernreizker besitzt weißlich bis orangegelblich bzw. im Alter auch grünbläulich gefärbtes Fleisch. Das Fleisch ist relativ fest. Bei jungen oder kleinen Fruchtkörpern wirkt das Fleisch im Schnittbild wie mit Watte ausgestopft. Mit zunehmendem Wachstum der Fruchtkörper werden die Spangrünen Kiefernreizker hohl.

Das Fleisch des Spangrünen Kiefernreizkers besitzt den typischen, etwas pilzig-fruchtigen Reizker-Geruch. Die Geschmacksprobe fällt angenehm aus. Es bleibt bei der Geschmacksprobe aber meist ein ganz leicht bitterlicher Nachgeschmack.