Herber Zwergknäueling, Panellus stipticus
Der Herbe Zwergknäueling ist ein Folgezersetzer, der ganzjährig auf totem Laubholz gefunden werden kann. Besonders häufig ist die Art deshalb in Laub- und Laubmischwäldern auf Buche, Eiche, Pappel und Birke zu finden. Frisches Wachstum zeigt die Art am häufigsten im Winterhalbjahr. Der Herbe Zwergknäueling ist ungiftig aber nicht als Speisepilz zu beschreiben. Die Art besitzt kleine, dünne, zähe Fruchtkörper mit meist unangenehm bitterlichen bis pfeffrig scharfen Geschmack. Typisch für den Herben Zwergknäueling ist das Erscheinen im Winterhalbjahr auf Laubholz, das gerne gesellige Wachstum der Art, die kleinen Hutdurchmesser, die weißbräunlichen, gelbbräunlichen bis rotbraunen Farben, die samtige bis klebrige Hutoberseite, die dicht stehenden & sich gabelnden, am Grund queraderig miteinander verbundenen Lamellen, die häufig gesägt wirkenden, klebrigen Lamellenschneiden, das weißbräunliche, zähe und dünne Fleisch, der neutrale bis angenehm pilzige Geruch, sowie die extrem variable aber fast immer unangenehme Geschmacksprobe von bitterlich über im Hals kratzend zu pfeffrig scharf.
Bezeichnung
Gattung
Verwechslung
- Ungenießbar: Violettblättriger Zwergknäueling, Panellus violaceofulvus
- Ungenießbar: Milder Zwergknäueling, Panellus mitis
- Ungenießbar: Gallertfleischiges Stummelfüßchen, Crepidotus mollis
- Ungenießbar: Harziger Sägeblättling, Neolentinus adhaerens
- Ungenießbar: Laubholzknäueling, Panus conchatus
- Ungenießbar: Orangeseitling, Phyllotopsis nidulans
- Ungenießbar: Muschelkrempling, Grubenschwamm, Tapinella panuoides
- Ungenießbar: Gelbstieliger Muschelseitling, Sarcomyxa serotina
- Ungenießbar: Gemeiner Spaltblättling, Schizophyllum commune
- Ungenießbar: Krauser Adernzähling, Plicatura crispa
Diese Art finden
Der Herbe Zwergknäueling ist ein Folgezersetzer der typischerweise auf totem Laubholz gefunden wird. Besonders häufig ist die Art deshalb in Laub- und Laubmischwäldern auf Buche, Eiche, Pappel und Birke zu finden. Die Art kann sowohl auf dicken, modernden Stümpfen, als auch auf dünneren Stämmen oder sogar Ästen erscheinen.
Der Herbe Zwergknäueling ist zwar kein echter Winterpilz wird aber dennoch vor allem im Zeitraum November bis März gefunden. Die Art kann aber potentiell ganzjährig Fruchtköprer bilden. Sowohl Funde im tiefsten Winter als auch im Hochsommer sind also nichts Ungewöhnliches. Herbe Zwergknäuelinge sind als relativ zäh zu beschreiben und können vor allem in kühleren Phasen eines Jahres über Monate auf dem gleichen Substrat gefunden werden.
Speisewert & Verwendbarkeit
Der Herbe Zwergknäueling ist ungiftig aber nicht als Speisepilz zu beschreiben. Die Art besitzt einen nicht abschreckenden Geruch, fällt aber sehr klein und vor allem dünnfleischig aus. Hinzu kommt ein bitterlicher, im Hals kratzender Geschmack, der bei alten Fruchtkörpern auch schärflich ausfallen kann. Selten soll die Art aber auch eine milde Geschmacksprobe besitzen können. Uns sind bisher keine Funde mit milder Geschmacksprobe gelungen.
Der Herbe Zwergknäueling wird dennoch als Zuchtpilz vertrieben. Bei der Verwendung als Zuchtpilz geht es aber nicht (wie bei den meisten Zuchtpilzen) um den Speisewert, sondern um die Leuchtkraft der Fruchtkörper im Dunkeln. Herbe Zwergknäuelinge fallen fluoreszierend aus. Das bedeutet, dass die Fruchtkörper in der Lage sind im Dunkeln zu leuchten.
Beschreibung
Der Herbe Zwergknäueling erreicht einen Hutdurchmesser zwischen einem und vier Zentimetern. Bei besonders guten Bedingungen sind selten auch etwas größere Hutdurchmesser möglich. Die Fruchtkörper fallen meist muschelartig geformt aus. Die Hutoberseite kann weißliche, gelbbräunliche bis rotbräunliche Farben annehmen, wirkt oft etwas samtig und fällt gerne etwas klebrig aus.
Auf der Hutunterseite befinden sich beim Herben Zwergknäueling bräunlich gefärbte, dicht stehende, sich gabelnde und am Grund queraderig miteinander verbundene Lamellen. Die Lamellenschneiden fallen nicht nur häufig gesägt aus, sondern fühlen sich etwas harzig / klebrig an. Das Sporenpulver ist weiß gefärbt.
Der Stiel der Herben Zwergknäuelinge fällt meist sehr kurz aus und entspringt direkt dem Substrat. Der Stiel besitzt meist gleiche oder nur etwas hellere Farben wie die Hutoberseite und wirkt oft wie ein Abstandshalter für die Lamellen.
Das Fleisch der Herben Zwergknäuelinge fällt zäh und sehr dünn aus. Die Art besitzt einen neutralen bis angenehm pilzigen Geruch aber eine meist unangenehme Geschmacksprobe. Die Geschmacksprobe kann dabei unangenehm bitterlich, im Hals kratzend oder sogar pfeffrig scharf ausfallen. Nur ganz selten soll es auch zu milden Geschmacksproben kommen.
Kernmerkmale
- Erscheinen auf Laubholz, gerne Buche, Eiche, Birke, Pappel
- Frisches Wachstum vor allem im Winterhalbjahr
- Fast immer mehrere Fruchtkörper auf gleichem Substrat
- Muschelartig geformte, dünnfleischige Fruchtkörper
- Kleine Hutdurchmesser zwischen einem & vier Zentimetern
- Weißbraune, gelbbraune, ockergelbe bis rotbraune Farben
- Samtig bis klebrige Hutoberseite
- Dicht stehende & sich gabelnde Lamellen
- Lamellen am Grund queraderig miteinander verbunden
- Lamellenschneiden häufig etwas gesägt und klebrig
- Stiel kurz, oft direkt ins Hutfleisch übergehend & samtig
- Fleisch weißbräunlich, zäh & dünn
- Geruch neutral bis einladend pilzig
- Geschmack extrem variabel aber fast immer unangenehm (bitterlich, im hals kratzend, scharf)
Synonyme
Panellus stypticus, Panus stipticus, Pleurotus stipticus, Lentinus stipticus, Merulius stipticus, Agaricus stipticus, Agaricus stypticus, Agaricus flabelliformis, Crepidopus stypticus, Crepidopus stipticus