Langstielige Becherlorchel, Grauer Langfüßler, Helvella macropus

Die Langstielige Becherlorchel ist ein regional seltener Folgezersetzer, der von Juli bis Oktober in verschiedenen Waldarten und dort auf dem Waldboden gefunden werden kann. Am häufigsten finden wir die Art in von Buche dominierten Laub- und Laubmischwäldern. Die Langstielige Becherlorchel ist zwar theoretisch essbar, für uns aber kein Speisepilz. Die Art ist ohne Mikroskop nicht wirklich sicher von anderen gestielten Becherlorcheln abzugrenzen, wenn überhaupt nur mit wenigen Fruchtkörpern pro Jahr zu finden, soll geringe Mengen an Gyromitrin & Monomethylhydrazin enthalten und besitzt nur sehr dünnes, wachsartig, brüchiges Fleisch. Typisch für die Langstielige Becherlorchel ist das Erscheinen vor allem im August & September im Laubwald auf dem Boden, die kleinen, zierlichen, langstieligen Fruchtkörper mit napf- bis becherförmigem Kopfteil, die insgesamt mehr grauen als braungräulichen Farben, die graue und glatte Innenseite des Kopfteils, die extrem körnig-filzige, fast schon etwas stachelig wirkende Außenseite, der gräuliche und ebenfalls körnig-filzige Stiel, das weißliche bis gräuliche Fleisch mit wachsartig-brüchiger Konsistenz, angenehm pilzigem Geruch & milder Geschmacksprobe.


Bezeichnung

Langstielige Becherlorchel, Langfuß-Lorchel, Spindelsporige Lorchel, Langstieliger Pokalbecherling, Grauer Langfüßler, Grauer Langfuß, Helvella macropus

Gattung

Helvella, Lorcheln

Verwechslung

Diese Art finden

Die Langstielige Becherlorchel ist ein Folgezersetzer der in verschiedenen Waldarten und dort auf dem Waldboden gefunden werden kann. Am häufigsten finden wir die Art in Laub- und Laubmischwäldern mit Buche. Finden kann man die Langstielige Becherlorchel insgesamt von Juni bis Oktober. Hauptsaison hat die Art aber vor allem im August und September. Regional soll die Art sehr selten ausfallen, bei uns in Oberbayern finden wir die Langstielige Becherlorchel nicht häufig, aber regelmäßig.

Speisewert & Verwendbarkeit

Die Langstielige Becherlorchel wird in der Literatur meist als essbar beschrieben, ist bei genauerer Betrachung aber nicht wirklich als Speisepilz zu beschrieben. 

  • Die Langstielige Becherlorchel ist nur mikroskopisch sicher von anderen Becherlorcheln zu trennen
  • Die Langstielige Becherlorchel ist zumindest als regional selten zu beschreiben & damit schonenswert
  • Die Langstielige Becherlorchel ist klein, dünnfleischig, wenig ergiebig & maximal mit wenigen Fruchtkörpern pro Standort zu finden
  • Die Langstielige Becherlorchel soll zudem geringe Mengen an Gyromitrin & Monomethylhydrazin enthalten


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Beschreibung

Die Langstielige Becherlorchel erreicht einen Hutdurchmesser von maximal sechs Zentimetern. Jung besitzt der Hut meist noch eine kreisrunde, napfähnliche Form. Später breitet sich der Hut aus und ist dann zwar immer noch becherförmig vertieft, aber eher oval geformt.

Die Innenseite des becherförmigen Kopfteils ist glatt und meist eher hellgräulich bis gräulich gefärbt. Die Außenseite ist gräulich bis graubräunlich gefärbt und fällt extrem körnig-filzig aus. Bei genauerer Betrachtung wirkt die Unterseite des Kopfteils der Langstieligen Becherlorchel fast schon etwas stachelig.

Der Stiel der Langstieligen Becherlorchel erreicht eine Länge von bis zu acht und einen maximalen Durchmesser von bis zu einem Zentimeter. Außen ist der Stiel am Grund gräulich bis graubräunlich gefärbt, aber ebenfalls mit körnigen, filzigen Schüppchen besetzt. Der Stiel kann in der Mitte vertieft, sowie hohl ausfallen und wirkt teilweise wie mit weißer Watte ausgestopft.

Das Fleisch der Langstieligen Becherlorchel fällt meist mehrfarbig aus. Die Außenhaut besitzt im Schnittbild eher graue bis graubraune Farben. Das eigentlich Fleisch der Art ist eher weißlich bis weißgräulich gefärbt. Das Fleisch ist dünn und fällt wachsartig brüchtig aus. Der Geruch fällt aromatisch pilzig, die Geschmacksprobe mild aus. 

Das Sporenpulver fällt farblos aus. Charakteristisch, vor allem im Vergleich zum Filziger Langfüßler, sind die drei Öltropfen in den Sporen.

Kernmerkmale

  • Erscheinen vor allem im August & September auf dem Waldboden im Laubwald
  • Kleine, zierliche, langstielige Fruchtkörper mit becherförmigem Kopfteil
  • Insgesamt mehr graue als braungräuliche Farben
  • Innenseite des Bechers meist eher grau & glatt
  • Außenseite des Bechers extrem körnig-filzig, fast schon etwas stachelig wirkend
  • Stiel gräulich, ebenfalls körnig-filzig & teilweise vertieft
  • Fleisch weißlich bis gräulich & mit typischer, wachsartig-brüchiger Konsistenz
  • Geruch angenehm pilzig
  • Geschmack mild
  • Sporenpulver farblos

Filziger Langfüßler, Helvella villosa

Es gibt vor allem mit dem Filzigen Langfüßler eine Art, die so gut wie identische bzw. zumindest makroskopisch kaum oder zumindest nicht sicher unterscheidbare Fruchtkörper ausbildet. Auch der Speisewert sollte weitestgehend identisch ausfallen. Unterscheiden lassen sich der Filzige Langfüßler und die Langstielige Becherlorchel nur mikroskopisch, vor allem über die Anzahl der Öltropfen ("Guttulen" - von lateinisch guttula = "Tröpfchen") in den Sporen. Der Filzige Langfüßler besitzt in seinen Sporen einen großen Öltropfen. Die Langstielige Becherlorchel besitzt einen großen Öltropfen in der Mitte der Spore und zusätzlich zwei kleinere Öltropfen am Ende. 

Synonyme

Helvella bulbosa, Helvella macropus var. macrospora, Helvella macropus f. alba, Peziza stipitata, Peziza bulbosa, Peziza macropus, Octospora bulbosa, Aleuria bulbosa, Aleuria macropus, Sarcoscypha macropus, Cyathipodia bulbosa, Cyathipodia macropus, Cowlesia bulbosa, Cowlesia macropus, Macropodia bulbosa, Lachnea macropus, Lachnea bulbosa, Macroscyphus macropus, Macropodia macropus, Macropodia macropus f. alba, Peziza macropus, Peziza macropus var. hirta, Peziza macropus var. tephromelas, Peziza macropus var. communia, Peziza macropus var. erosa